Einige Pressestimmen

Oltner Tagblatt, 20.11.2012

Eine Portion Klassik zum Abschluss

Beim Sinfoniekonzert des Stadtorchesters stand Bekanntes und Beliebtes auf dem Programm

Das Stadtorchester Olten lud am schönen Sonntagabend zu seinem Sinfoniekonzert im Konzertsaal. Trotz des sehr populären Programms mit Ludwig van Beethovens Violinkonzert in d-Moll und der bekannten 40. Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart blieben einige Plätze im Konzertsaal des Stadttheaters leer. Denen, die gekommen waren, präsentierte sich jedoch vom ersten Ton an ein präsentes, dynamisches und ausgewogenes Stadtorchester unter der Leitung von André Froelicher.

Das Violinkonzert von L. v. Beethoven – das einzige Solokonzert des Komponisten, welches kein Klavierkonzert ist – gilt als Prüfstein für künstlerische Reife wie technische Meisterschaft und somit als ein Werk, das jeder Virtuose, der den Namen verdient, auf irgendeiner Sprosse seiner Karriereleiter beherrschen sollte. Die Aufgabe der Solistin übernahm bei diesem Konzert die in Jegenstorf BE geborene und in Bibern SO aufgewachsene Geigerin Noémie Rufer. Mit bewundernswerter Leichtigkeit flogen ihre Finger über die Saiten und entlockten dem Instrument die schönsten Töne. Mit einer sehr ausgedehnten sowie beeindruckenden Solokadenz beschloss sie schliesslich den ersten Satz.

Orchester und Solistin im Dialog

Im zweiten, lyrischen Satz überliess der Komponist dem Orchester viel Raum, den sich die Musikerinnen und Musiker auch nahmen. Sobald die Solovioline ihren Auftritt hatte, traten sie jedoch zurück und konnten sich so als gute Dialogpartner behaupten. Der dritte Satz, ein leichtes Rondo, gehörte dann ganz der jungen Violinistin Noémie Rufer. Wie kaum ein anderes Konzert verbindet Beethovens Violinkonzert hohe Virtuosität mit volksnaher Melodik, was gerade in diesem dritten Satz mit seinen tänzerischen Rhythmen und Melodien, von Rufer wunderbar vorgetragen, deutlich wird.

Vera Frey

Berner Zeitung, 08.12.2008

Zwei Talente mit acht Saiten

Noémie und Seraphina Ru-fer erfreuten an der letzten Thuner Bellevue-Soirée des Jahres das Publikum mit anspruchsvollen Werken.

Den Abschluss eines abwechslungsreichen Konzertjahres im Thuner Tertianum Bellevue-Park bildeten die Saitenklänge von Noémie und Seraphina Rufer aus dem Kanton Solothurn. Bereits seit ihrem vierten Lebensjahr spielen die beiden Schwestern Violine und Violoncello. Heute 21 und 23 Jahre alt, haben beide zahlreiche Wettbewerbe und Preise gewonnen sowie Meisterkurse absolviert.

Von Klassik zu Moderne

An der Bellevue-Soirée vom Freitagabend spielten sie ihr Duoprogramm mit Werken der Klassik und des frühen 20.Jahrhunderts. Die Violinistin Noémie Rufer bereitete das Publikum vorsorglich auf den Sprung von Wolfgang Amadeus Mozart zu Bohuslav Martinu vor. Zu Recht, denn so leicht Mozarts Duo für Violine und Violoncello KV 423 in den Ohren klang, so wild und seltsam muteten die fremdartigen Tonarten des Duos Nr.2 des Tschechen an.

Der gleiche Sprung von der Klassik zur Moderne ergab sich aus der Kombination Jean-Baptiste Breval mit Erwin Schulhoff mit seinem Duo von 1925. Vier sehr unterschiedliche Sätze forderten von den Schwestern Rufer Techniken wie Pizzicato und Spielen von Obertönen. Auch die anspruchsvollen Rhythmen erzeugten Spannung bis zum letzten Ton.

Mit einer brillanten Passacaglia nach Händels Suite No.7 von Johan Halvorsen als Zugabe verabschiedeten sich die charmanten Saitenspielerinnen.

Doris Bussmann



Bieler Tagblatt, 3.9.2008

Nachwuchs auf dem Podium

Das sechste und letzte Sommerkonzert im Bieler Stadtpark wurde von Finalisten des Solistenwettbewerbs der Berner Musikhochschule bestritten.
daniel andres

So stieg der junge Dirigent Nathan Brock auf das Dirigierpodium und eröffnete das Programm mit einem Stück des Amerikaners John Adams, «The Chairman Dances Foxtrott for Orchestra». John Adams gehört der Schule der Minimalisten oder der Repetitiven Musik an, hat seine Sprache im Laufe der Jahre entwickelt und differenziert.

Das aufgeführte Werk trägt charakteristische Züge der repetitiven Musik vor allem in rhythmischer Hinsicht, wechselt aber in verschiedenen Blöcken ständig die Orchesterfarben. In dieser Hinsicht konnte die Aufführung im Freien nicht ganz genügen, die Farbtupfer fielen zu stark auseinander, als dass sie sich richtig zu Flächen hätten vermischen können.
Expressiv und tänzerisch

Im zweiten Werk trat die Violinistin Noémie Rufer hinzu und interpretierte das erste Violinkonzert von Béla Bartók. Das Werk eines Verliebten, das der junge Komponist für die noch jüngere Geigerin Steffi Geyer geschrieben hat, das aber erst 1958, ein halbes Jahrhundert nach der Entstehung, zur Uraufführung gelangte. Ein wunderschönes zweisätziges Werk, das im ersten, langsamen Satz Melodien entwickelt und im zweiten Satz tänzerisch wird, aber auch manchmal greller in den Farben und verzerrter in den Figuren. Die Solistin und der Dirigent fanden sich zu einer erstaunlich geschlossenen Wiedergabe. Sowohl die Melodielinien gerieten der Geigerin expressiv auch im Piano und im schnellen Satz konnte sie beachtliche Virtuosität in Doppelgriffen und Temperament demonstrieren. Das Orchester folgte unter Nathan Brocks Leitung beweglich und durchaus auch klangschön.

Für die Rhapsodie für Saxophon und Orchester von Claude Debussy trat ein neues Gespann in Aktion, der Saxophonist Jonas Tschanz und die Dirigentin Agata Masurkiewicz. Das Werk lag zehn Jahre, von 1901 bis 1910 auf dem Schreibtisch von Debussy und weist daher Züge des frühen, aber auch des reifen Komponisten, der schon die «Nocturnes» für Orchester und «La Mer» komponiert hat, auf. Wie die Jury, worunter Chefdirigent Thomas Rösner, die Leistungen beurteilte, ist nicht bekannt, aber auch hier konnte man sehr ansprechende Leistungen von Solist und Dirigentin konstatieren. Der Saxophonist eigentlich untadelig und mit schönem Ton, Dirigentin und Orchester präzis aber auch feinfühlig begleitend.
Selbstsicherer Brock

Zum Schluss trat noch einmal Nathan Brock ans Dirigentenpult und führte das aufmerksam mitgehende Orchester durch die Variationen, welche Johannes Brahms über den St. Antoni-Choral aus einem Bläserdivertimento von Joseph Haydn komponiert hat. Wenn man ganz zu Beginn bei John Adams noch eine gewisse Unsicherheit beim jungen Dirigenten zu spüren glaubte, so war dieser Eindruck hier verschwunden. Die Variationen haben jede ein anderes Tempo, das immer fast ideal getroffen wurde. Eine andere Schwierigkeit sind die für Brahms typischen Überlagerungen von Zweier- und Dreierrhythmen. Aber der aufmerksame Hörer erhielt das Gefühl, dass der Dirigent die Partitur im Kopf hat und das technische Dirigierhandwerk beherrscht.

Und dank einem guten Mitgehen des Orchesters geriet die Aufführung durchaus zu einem Hörvergnügen und hatte ein ansehnliches Niveau. Vor allem schien uns die Klangbalance zwischen Streichern und den Bläsern, die eine wichtige Rolle spielen, sehr gut gelungen. Der Beifall jedenfalls war für alle Beteiligten wohlverdient.

 


Solothurner Zeitung, 29.4.2008

Die jungen Musiker auf dem Solistenpodest und im Neuen Orchester Basel spielten zwei selten aufgeführte Werke von Beethoven und Schubert - zur grossen Freude des zahlreichen Frag-Art-Publikums.
Silvia Rietz

Frag-Art-Konzertveranstalter Franz Grimm gelang es, das Ensemble «Neues Orchester Basel» NOB nach Solothurn zu holen und dieses mit den aus der Region stammenden Nachwuchssolisten Evelyne Grandy sowie den Schwestern Noémie und Seraphina Rufer zusammenzubringen. Gemeinsam wurde unter der Leitung von Bela Guyas Beethovens heiteres «Tripelkonzert» aufgeführt.

Das Konzert für Klavier, Violine, Cello und Orchester birgt eine Fülle wunderbarer Musik und markiert mit seinem Klaviertrio zum sinfonischen Orchesterpart eine Sonderform einer «Sinfonia concertante» ein. Da sich nicht leicht drei Virtuosen zu seiner Wiedergabe zusammenfinden, wird es nur selten gespielt. Die Intensität, mit der sich Geigerin Noémie Rufer, Cellistin Seraphina Rufer und Pianistin Evelyne Grandy mit dem Tripelkonzert C-Dur op. 56 auseinandersetzten, faszinierte die Zuhörer im bis auf den letzten Platz besetzten Konzertsaal sichtlich: Helle Ornamente und Arpeggien aller Soloinstrumente beleben das zart beginnende Allegro. Musik von so packender Schönheit, dass einige Zuhörende trotz der Intervention von Bela Guyas bereits nach dem ersten Satz stürmisch applaudierten.

 


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